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WFG News

Erfolgreiche Tagung zur Regionalentwicklung und zum Wohnen in Vorpommern

Rund 80 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung waren Gäste der zweitägigen Tagung „Starke Regionen! Teures Wohnen?“, die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Immobilientag Vorpommern“ in Ribnitz-Damgarten stattfand und von der WFG Vorpommern organisiert wurde.

Schwerpunktthemen waren die Regionalentwicklung und -vermarktung sowie Trends und Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt. Zu Beginn des ersten Tages zeigten Vertreter aus dem Emsland, Südwestfalen und der Regiopole Rostock auf, wie Regionalentwicklung und -vermarktung äußerst erfolgreich betrieben werden können, wenn die regionalen Akteure gemeinsame Ziele formulieren, vertrauensvoll kooperieren, ihre - mitunter auch knappen - Ressourcen bündeln und diese gezielt einsetzen.

Auch der Landrat für Vorpommern-Rügen, Dr. Stefan Kerth, betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit der Akteure für die Weiterentwicklung der Region Vorpommern: „Der Immobilientag Vorpommern hat gezeigt, wo unsere Chancen und Herausforderungen liegen, wenn wir als attraktive Region für Unternehmen und Arbeitskräfte gelten wollen. Die vorgestellten Projekte aus dem Emsland und Südwestfalen machen deutlich, dass intensives Zusammenarbeiten und gemeinsames Agieren dringend erforderlich sind, um als Region überhaupt wahrgenommen zu werden“, so Kerth. „Das Gewinnen neuer Arbeitskräfte und der Zuzug von außen sind für Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit Vorpommerns enorm wichtig. Es wird also auch darauf ankommen, den dringend benötigten Neuankömmlingen ein attraktives und bezahlbares Wohnungsangebot bereitstellen zu können. Dies bedarf einer konkreten Angebotsplanung durch die Kommunen, der Unterstützung durch die Landesregierung und engagierter Wohnungsbauunternehmen“, führte der Landrat weiter aus.

Torsten Grundke, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, nahm an der Podiumsdiskussion zum Thema Regionalentwicklung teil und ergänzte: „Spannend war vor allem wahrzunehmen, wie in den westdeutschen Regionen die Kräfte gebündelt werden. Da haben wir noch erheblichen Nachholbedarf. Die IHK zu Rostock engagiert sich seit Jahren in der Regiopole Rostock, in der Regionalen Marketinginitiative Rostock oder beim Welcome Center Rostock. Auch unterstützt die IHK bereits das Welcome Center in Stralsund, wir müssen aber viel aktiver in dieser Region Vorpommern-Rügen werden wie wir es in Rostock schon sind. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die IHK die Initiative ergreift und gemeinsam mit Wirtschafts- und Unternehmensvertretern sowie Politik und Verwaltung nach neuen Wegen der Regionalentwicklung und -vermarktung sucht“, hob Grundke hervor.

Am zweiten Tag ging es um aktuelle Trends und Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt und Wohnen als Standortfaktor. So präsentierte Dr. Reiner Klingholz, Leiter des Berlin-Instituts, neue Daten zur Bevölkerungsentwicklung und zum Wanderungsverhalten in Ostdeutschland und machte deutlich, dass trotz jüngster Wanderungsgewinne und Zuwächse in einigen Städten und Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns in den nächsten Jahren mit einem weiteren Rückgang der Gesamtbevölkerung zu rechnen sei.
Sowohl Minister Christian Pegel als auch Landrat Dr. Stefan Kerth traten dem entgegen und verwiesen trotz prognostizierter demographischer Entwicklungen auf die Chancen, die Vorpommern hat, wenn es darum geht, Investoren, Arbeitskräfte und Zuzügler zu gewinnen. Beide betonten, dass es stark darauf ankomme, den Herausforderungen geschlossen zu begegnen und die Standortvorteile der Region intensiv nach außen zu kommunizieren.

Minister Pegel stellte außerdem die von der Landesregierung in ihrer jüngsten Klausurtagung beschlossen Maßnahmen zur Zukunft des Wohnens in MV vor: „Um dem Wohnungsmangel vor allem in den Universitätsstädten und Tourismuszentren zu begegnen, wird die Landesregierung neben der Fortführung der bereits bestehenden Wohnungsbauförderprogramme den Bau von Mitarbeiterwohnungen in Ferienorten fördern, die Liegenschaftspolitik des Landes weiterentwickeln und ihre Vorgaben für Baustandards überprüfen“, nannte der Bauminister Beispiele aus dem 20-Punkte-Programm. Er betonte: „Mindestens ebenso wichtig ist es, der zunehmenden Entmischung der sozialen Schichten in den Wohnvierteln zu begegnen. Dazu werden wir unter anderem in vier Modellregionen gemeinsam mit den Kommunen Maßnahmen erproben, um diese Segregation zu reduzieren und ihre Auswirkungen abzumildern.“

Zahlreiche weitere Referenten und Podiumsteilnehmer beleuchteten unterschiedliche Facetten der Wohnungsmarktentwicklung. So skizzierte Frau Professor Dr.-Ing. Heidi Sinning vom Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt aktuelle Trends des Wohnungsmarktes und ging dabei auch auf Modelle der Sharing Economy ein. Mehrere regionale Vertreter stellten aktuelle Entwicklungen und Projekt-Beispiele aus Vorpommern vor, so etwa zu Möglichkeiten des Mitarbeiterwohnens, zu Digitalisierung und Smart Home Möglichkeiten, aber auch zu Auswirkungen der Immobilienentwicklung auf die regionale Wohnbevölkerung.

Eine Präsentation mit anschließender Exkursion zu aktuellen Städtebauprojekten in der Gastgeberstadt Ribnitz-Damgarten rundete das interessante und anspruchsvolle Programm ab, das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut ankam. „Tolles Programm, kompetente Referenten – eigentlich eine Pflichtveranstaltung für alle regionalen Entscheidungsträger“, so einer der Teilnehmer in seiner Bewertung der Veranstaltung.

Die Veranstaltungsreihe „Immobilientag Vorpommern“ unter der Schirmherrschaft von Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes MV, wird von der Wirtschaftsfördergesellschaft (WFG) Vorpommern mbH organisiert und findet einmal jährlich in wechselnden Städten Vorpommerns statt.



Landrat Dr. Stefan Kerth eröffnet den 5. Immobilientag Vorpommern.
 


Viele interessierte Teilnehmer kamen zusammen, um zu den Themen Regionalentwicklung und Wohnungsmarkt in Vorpommern zu diskutieren.


Bildnachweis: WFG Vorpommern/ Simone Kagemann