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Spanier nach Baden-Württemberg – Schweden nach Vorpommern?

EU-Projekt „South Baltic Professionals“ zur Fachkräftegewinnung im Ostsee-raum startet

Initiiert durch Arbeitsagentur, Landeswirtschaftministerium und regionaler Wirtschafts-förderung wurden Ende letzten Jahres fast 100 Ingenieure aus Spanien nach Baden-Württemberg eingeflogen, um die dortigen Unternehmen mit dringend benötigten Fachkräften zu versorgen. Gleichzeitig kündigte Bundeswirtschaftminister Rösler wei-tere Werbeaktionen in Südeuropa an. Während in anderen Bundesländern intensive Bemühungen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte unternommen werden, blieb die von einigen erhoffte, von anderen befürchtete Schwemme von Arbeitssuchenden aus Polen nach Öffnung des Arbeitsmarktes im Mai des letzten Jahres in Vorpom-mern jedoch aus. Was bleibt sind stetig sinkende Arbeitslosenzahlen und ein rasant steigender Mangel an Arbeitskräften.

Um dieser, sich zukünftig von Jahr zu Jahr drastisch verschärfenden Entwicklung ent-gegenzuwirken, arbeiten die Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern, die Arbeits-agenturen in Stralsund und Neubrandenburg sowie 21 weitere Partner aus Deutsch-land, Polen, Dänemark, Schweden, Litauen und Russland im EU-Projekt „South Baltic Professionals“ daran, den Austausch von Fachkräften auf internationaler Ebene zu verbessern und zu verstärken. Ende des Monats findet nun der offizielle Projektstart in Form eines zweitägigen Workshops aller Projektpartner in Rostock statt. Finanziert wird das rund 1,3 Millionen Budget umfassende und auf drei Jahre ausgelegte Projekt aus dem „South Baltic Programme“ der EU.

Zunächst werden u.a. Analysen zu den Arbeitsmärkten und den Fachkräftepotenzia-len und –bedarfen in der südlichen Ostsee durchgeführt. Es sollen Verbesserungen der gegenseitigen Arbeitnehmervermittlung (z.B. Informationen bei Jobwechsel über kulturelle bzw. rechtliche Hintergründe) entwickelt und eine gemeinsame Plattform mit umfassenden Informationen für potenzielle Arbeitnehmer geschaffen werden.

Die WFG Vorpommern wird speziell für unsere Region ein international ausgerichtetes Fachkräfteakquise-Konzept erarbeiten und Pilotmaßnahmen umsetzen. Perspekti-visch sind dann ähnliche Werbeaktionen im Ausland möglich, wie sie von Regionen wie um Stuttgart längst praktiziert werden.

„Ohne Zuzug aus anderen Regionen und auch aus dem Ausland werden wir unsere Arbeitskräftebedarfe zukünftig nicht mehr decken können. Daher ist ein neues Regio-nalmarketing, welches sich nicht mehr nur auf Investoren und Unternehmen sondern auch auf Fachkräfte und Zuzügler ausrichtet, unumgänglich“, so Rolf Kammann, Ge-schäftsführer der WFG Vorpommern. „Wir arbeiten daher bereits am Aufbau einer neuen Internetplattform, die in einigen Wochen freigeschaltet wird. Dies allein reicht aber lange nicht. Wir planen Regionalpräsentationen und Werbeaktionen, den Besuch von Job- und Hochschulmessen und einiges mehr. Um jedoch im Wettbewerb der Regionen um Köpfe bestehen zu können und wahrgenommen zu werden, bedarf es vieler weiterer Aktivitäten. Vor allem ein koordiniertes Vorgehen und ein Zusammen-führen der vorhandenen Ressourcen für ganz Vorpommern sind dringend notwendig. Trotz Großkreisbildung wird häufig immer noch zu klein gedacht und gehandelt“, so Kammann weiter.

Das „South Baltic Programme“ der EU
Das „South Baltic Programme“ der EU stärkt im Zeitraum von 2007 bis 2013 durch verschiedene Projekte und Maßnahmen die nachhaltige Entwicklung im Bereich der südlichen Ostsee. Durch eine verbesserte und vor allem grenzübergreifende Zusam-menarbeit und Kommunikation der Institutionen und Menschen werden die Identität mit der Region und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Regionen erhöht. Mehr Informationen unter www.southbaltic.eu.


Kontakt:

Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH
David Kroß
Brandteichstraße 20
17489 Greifswald
Tel.: 03834/550609
Fax.: 03834/550551
kross(at)invest-in-vorpommern.de
www.invest-in-vorpommern.de

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