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Ist Vorpommern attraktiv für Unternehmen?

Ergebnisse der Unternehmensbefragung für die Region Vorpommern.

Im Mai dieses Jahres wurden fast 1.400 Unternehmen aus der Region Vorpommern eingeladen, sich an einer branchenübergreifenden Unternehmensbefragung zu beteiligen. Diese wurde auf Initiative der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH gemeinsam mit den regionalen Wirtschaftsförderungen und in Kooperation mit der Fachhochschule Stralsund durchgeführt. Über 350 Unternehmen nahmen teil, dies entspricht einer erfreulich hohen Rücklaufquote von 26 Prozent und belegt nach Auffassung der Organisatoren das hohe Interesse der Betriebe. Die Ergebnisse der Befragung für die Gesamtregion liegen nun vor, teilregionale Auswertungen für die Hansestädte Greifswald und Stralsund und die Landkreise Rügen, Nordvorpommern und Ostvorpommern werden noch folgen.

Erste Erkenntnis: Vorpommerns Unternehmer denken positiv, fast vier Fünftel aller teilnehmenden Unternehmen bekennen sich eindeutig zum Standort. 62 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Standort Vorpommern eher zufrieden zu sein, fast 17 Prozent sind sogar sehr zufrieden. Der Anteil der sehr oder eher Unzufriedenen liegt zusammen bei lediglich 12 Prozent.

 Nach der Bewertung einzelner Standortfaktoren befragt, werden besonders die Anbindung und die Nähe zur Autobahn bzw. zu Bundes- und Landesstraßen (von 77 bzw. 72% der Befragten), die hohe Lebensqualität (76%), das Standortimage (73%) und die Kundenähe (69%) positiv bewertet.

 Die geringste Zufriedenheitsquote erreicht die Verkehrsanbindung über Flughäfen und Flugplätze (21%), gefolgt von den Kosten für Energie und Ver- und Entsorgung (26%) sowie den Flächen- und Immobilienpreisen (35%). Auch die Arbeit der Wirtschaftsförderung im Hinblick auf die unternehmerischen Bedürfnisse wird mit 32% eher kritisch gesehen. Schließlich macht auch die Fachkräfteverfügbarkeit den Unternehmern Sorgen, nur 38% sind mit den regionalen Rahmenbedingungen sehr oder eher zufrieden.

Der letztgenannte Aspekt, die Fachkräfteverfügbarkeit, steht in der Wichtigkeit der Standortfaktoren aus Unternehmersicht inzwischen auf Platz 1, was belegt, dass der demografische Wandel die Unternehmen voll erreicht hat und die Folgen und Bedeutungen auch erkannt werden. Auf den Plätzen folgen die Kundennähe, die straßenseitige Verkehrsinfrastruktur, die weichen Standortfaktoren Lebensqualität und Standortimage, die Kosten für Energie und Ver- und Entsorgung sowie die Telekommunikations- und Datenverkehrsinfrastruktur.

 Bei der Betrachtung der mittelfristigen Unternehmensentwicklung herrscht durchaus Optimismus. 59% der Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren die Einführung neuer Dienstleistungen oder Produkte und für ein Drittel kommt sogar eine Betriebserweiterung am Standort infrage. Allerdings denken 43% auch über Rationalisierungsmaßnahmen nach. Für rund ein Viertel der Betriebe steht die Klärung der Unternehmensnachfolge an. Gering ausgeprägt ist dagegen offensichtlich die Kooperationsbereitschaft zwischen den Unternehmen der Region, denn Überlegungen zu gemeinsamen Einkäufen, Maschinennutzung, Transport/Logistik, Marketing und Vertrieb spielen bei weniger als 20% der Befragten eine Rolle. Ganz oben auf der Agenda steht die Personalentwicklung und Fachkräftesicherung, die von 85% aller Antwortenden vorgesehen sind.

 Der letzte Fragekomplex beschäftigt sich mit den Anforderungen, die die ansässigen regionalen Unternehmen an die kommunalen Wirtschaftsförderer stellen. Als wesentliche Tätigkeiten, die seitens der Wirtschaftsförderung betrieben werden sollten, werden die Imageverbesserung und Standortwerbung (91%), die Fördermittelberatung (87%), die Anbahnung von Unternehmenskontakten (71%), Initiativen zur Anwerbung von Arbeitskräften (70%), die Organisation von Unternehmertreffen (69%) und die Bereitstellung regionaler Struktur- und Wirtschaftsdaten (68%) genannt.

„Die Auswertung der Befragung liefert wichtige Daten zur Standortzufriedenheit und den Standortfaktoren, zu den Entwicklungsabsichten der Unternehmen und nicht zuletzt zu den Anforderungen an die kommunale Wirtschaftsförderung. Davon ausgehend werden wir die Aktivitäten der Wirtschaftsfördergesellschaft im Bereich Bestandspflege und –entwicklung, in Abstimmung mit unseren Kollegen in den kreisfreien Städten und den Landkreisen, noch stärker auf konkrete, spezifische Erfordernisse und Wünsche der Unternehmen ausrichten“, so Rolf Kammann, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH.

 

Eine ausführliche Zusammenfassung der Unternehmensbefragung finden Sie hier

 

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