
Die Flächenvorsorge-Studie für die Häfen Rostock, Sassnitz-Mukran und Vierow ergab, dass mehr als 2.000 Hektar Ansiedlungsflächen im Umfeld der Häfen benötigt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen bis 2025 zu sichern (Rostock: 1.480 Hektar, Sassnitz: 460 Hektar, Vierow: 100 Hektar). "Mit dieser Flächenoffensive wollen wir die Häfen attraktiver für Investoren machen. Denn jede freie Fläche am Hafen bringt Wachstum und Arbeitsplätze. Wer sich in einem der Häfen ansiedeln möchte, soll schnell passende Flächen bekommen können. So wollen wir die Bedingungen für Gewerbeansiedlungen und neue Arbeitsplätze im Hafenumfeld verbessern", sagte Landesentwicklungsminister Volker Schlotmann.
Ziel ist es, zusammenhängende Flächen für Investoren vorzubereiten, die im Idealfall mindestens 200 Hektar groß sind, im beziehungsweise am Hafen liegen und verkehrlich gut angebunden sind. Deshalb wurden seit 2008 regionale Flächenkonzepte für die drei Häfen erarbeitet. Die Ergebnisse der Untersuchungen bilden die Grundlage für verbindliche kommunale und regionale Planungen sowie für die Planung von notwendigen Infrastrukturinvestitionen.
Gute Beispiele für wichtige Gewerbeansiedlungen der vergangenen Jahre in Hafennähe sind die Ansiedlung des Kranbauers Liebherr im Rostocker Hafen und die Errichtung des EUPEC-Rohrummantelungswerks in Sassnitz. "Häfen wirken wie Magnete auf Unternehmen. Sie sind als Produktions- und Wirtschaftsstandorte interessant, weil sie per Schiff, Schiene und Straße gut erreichbar sind. Auch sind Transporte in alle Richtungen möglich", so Landesentwicklungsminister Schlotmann.
Das Beschäftigtenpotenzial (direkt und indirekt) wird gegenüber 2005 in Rostock um das 3,2 fache auf 29.000 Arbeitsplätze und in Sassnitz um das siebenfache auf etwa 3.000 Arbeitsplätze steigen. Die Gesamtkosten für die Studien betrugen rund 570.000 Euro. Rund 80 Prozent finanzierte das Land, 20 Prozent die jeweilige Region.
Auch für die Häfen in Wismar, Stralsund und Lubmin sollen in den kommenden Jahren Flächenvorsorge-Studien durchgeführt werden.
Zu den einzelnen Häfen:
Flächenkonzept Sassnitz-Mukran
Der Hafen Sassnitz-Mukran ist der östlichste Tiefseehafen Deutschlands und der einzige westeuropäische Hafen mit russischem Breitspuranschluss. Untersucht wurden rund 600 Hektar Fläche. Das Ergebnis: Rund 460 Hektar sind für die Entwicklung des Hafens erforderlich. Der Großteil der Flächen kann durch Neuorganisation des bestehenden Areals um den Hafen bereitgestellt werden. Notwendig für die langfristige Entwicklung des Hafens ist der Neubau einer Kläranlage und die Erarbeitung eines Niederschlagswasserbewirtschaftungskonzeptes, da die zentrale Kläranlage für die Insel Rügen in Bergen weitgehend ausgelastet ist. Wichtig für die Hafenentwicklung sind auch die Erschließung von Reserveflächen im Hafenbereich, eine bessere verkehrstechnische Erschließung (z.B. Ausbau des Knotens B 96/Stichstraße B 96b, Bau der B 96n) und die Verlängerung der Kailänge um knapp 1.000 Meter auf rund 2500 Meter.
Auftraggeber: Stadt Sassnitz
Auftragnehmer: Umweltplan Stralsund
Kosten: 153.200 Euro
Flächenkonzept Vierow
Der Hafen Vierow ist ein Umschlaghafen für landwirtschaftliche Güter und verfügt über eine Fingerpier mit zwei Liegeplätzen. Trotz Wirtschaftskrise hat sich der Hafenumschlag im vergangenen Jahr erhöht. Untersucht wurden rund 200 Hektar im Hafenumfeld hinsichtlich einer bedarfs- und nachfrageorientierten Flächenentwicklung unter Beachtung von Städtebau, technischer Erschließung, Natur und Umwelt und hafenwirtschaftlichen Erfordernissen. Das Ergebnis: 100 Hektar sind für wirtschaftliche Entwicklung des Hafens erforderlich. Ein Schwerpunkt der Untersuchung war auch die Verkehrserschließung des Hafens (Straße, Schiene, Hafenlogistik) unter Berücksichtigung der Verbundsynergien zum Industriestandort Lubmin und zum Fährhafen Sassnitz-Mukran. Zur perspektivischen Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Hafens sind laut Studie 21 Maßnahmen erforderlich, darunter der Neubau der Gleisanlage mit Anschluss an das überregionale Streckennetz bis zur Zufahrt Vierow, der Bau einer Schwerlasttrasse zum Hafen und die Verbreiterung und Ausbaggerung des Hafenbeckens.
Auftraggeber der Studie: Gemeinde Brünzow
Auftragnehmer: Ingenieurplanung Ost aus Greifswald
Kosten: 169.000 Euro
Quelle: Pressemitteilung Nr. 127/10, Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung
Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern mbH am 11.05.2010