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2011: Ein gutes Jahr für das Handwerk der Region

Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern zog positive Bilanz. Nachwuchsgewinnung weiterhin Hauptaufgabe

Als bedeutendes Ereignis für das regionale Handwerk bezeichnete Kreishandwerksmeister Hans-Peter Siegmeier die Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern Mitte Januar und zog für 2011 eine positive Bilanz. Die Fusion vor knapp einem Jahr sei geglückt und der richtige Schritt gewesen. Sie stelle auch eine „echte Herausforderung“ dar, alle Beteiligten bei der Bewältigung der Aufgabe mitzunehmen, so Siegmeier. Gleichzeitig appellierte der Kreishandwerksmeister an die Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Grundlagen zu schaffen, damit sich das Handwerk entfalten und entwickeln kann. So sollten Auftragsvergaben möglichst in der Region bleiben.

Die gute Auftragslage, vor allem im Baugewerbe, bescherte dem Handwerk ein erfolgreiches Jahr. „Dabei soll durchaus gewürdigt werden, dass gerade in Stralsund umfangreiche Mittel aus der Städtebauförderung und anderen Programmen eingeworben wurden.“ Lediglich die Insolvenz der Scheele Bau GmbH mit noch vielen offenen Fragen und Forderungsverlusten von 700 000 Euro werfe einen Schatten auf das ansonsten gute Jahr. Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, kündigte an, dass 2012 im gleichen Maßstab wie im Vorjahr Fördermittel in Bauprogramme fließen werden. Die 15 Wohnungsgesellschaften des Landes beispielsweise investieren 250 Millionen Euro.

Hauptaufgabe für die Zukunft bleibt die Nachwuchsgewinnung. Gegenwärtig werden 1000 Lehrlinge in den Handwerksbetrieben der Region ausgebildet. Dennoch blieb eine Vielzahl von Stellen unbesetzt. Im Arbeitsamtsbezirk waren von Oktober 2010 bis September 2011 insgesamt 3281 Ausbildungsplätze über alle Berufe gemeldet. „Das sind 1,7 Stellen je Bewerber“, verwies Siegmeier auf die dramatische Situation auf dem Ausbildungsmarkt. Extremer Ausreißer sei hierbei Rügen, informierte Staatsekretär Rudolph. Der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen betrug knapp 50 Prozent. Wurden 2010 noch 95 Neuverträge mit Lehrlingen geschlossen, so waren es 2011 nur 50. „Wir müssen zusammen über die Ursachen reden. Die Insel muss erkennen, dass sie neben dem Tourismus auch ein starkes Handwerk braucht“, so Rudolph, der zudem den „deutlichen Rückgang“ an Meisterbetrieben kritisierte.

Mit dem begonnenen Modellprojekt zur Fachkräftenachwuchsgewinnung für das regionale Handwerk durch zielgerichtete und vertiefte Berufsfrühorientierung sei der richtige Weg eingeschlagen worden, unterstrich der Kreishandwerksmeister. An 13 Regionalen Schulen sei das Thema Handwerk präsentiert worden. 113 Schüler wurden für Ausbildungsberufe interessiert. 20 Betriebe stellten den Schülern attraktive Praktikumsplätze zur Verfügung. 16 Jugendliche haben im Ergebnis ein Praktikum im Handwerk aufgenommen. Fünf Kooperationspartner aus dem Bildungssektor wurden gewonnen. Zudem würden zunehmend die modernen Medien genutzt. So gibt es nun eine Datenbank mit freien Ausbildungsplätzen, Informationen wurden in Beiträgen und Filmen auf Facebook & Co gepostet.

Quelle: OZ-Artikel vom 23.01.2012

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